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Bericht: Wieder erfolgreiche Blockaden gegen Neonazismus in Strausberg (20.06.2010) PDF Drucken E-Mail

Am Samstag war es wieder so weit, wie in den letzten Wochen in Bernau, Eberswalde und Bad Freienwalde wollte die neonazistische Kameradschaft Märkisch- Oder Barnim (KMOB) diesmal in Strausberg ihre neonazistische Propaganda durch die Straßen tragen.

Um ein starkes Zeichen gegen Intoleranz und Menschenfeindlichkeit in Brandenburg zu setzen, hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Vereinen und Jugendorganisationen gebildet, dass in jeder Stadt, wo die KMOB marschieren möchte, Gegenaktionen veranstaltet, die von einfachen Straßenfesten bis hin zu Aktionen des Zivilen Ungehorsams wie beispielsweise Blockaden reichen. Das Bündnis „Brandenburg – Nazifrei“ spiegelt somit mit seinen Aktionen das breite gesellschaftliche Spektrum, welches sich gegen die Neonazis engagiert, wieder.

Nachdem am 29. Mai in Bernau und am 5. Juni in Eberswalde die Neonazis am Marsch gehindert wurden und sie freiwillig ihren Aufmarsch absagten, gelang es ihnen mit Hilfe starker Polizeirepression gegenüber den friedlichen Demonstranten_innen mittels Festnahmen und über 60 Platzverweisen, am 12. Juni in Bad Freienwalde ihren Aufmarsch durch zu führen, während die Stadtmitte mit einem friedlich Stadtfest für Toleranz und Vielfalt vom Bündnis „besetzt“ wurde.

In Bad Freienwalde zeigten sich aber mit den unverhälnismäßig brutalen Festnahmen und einhergehend mit der Stürmung des Linksjugend Lautiwagens schon die ersten Zeichen der brutalen staatlichen Repression gegenüber friedlichen Demonstranten_innen. Zumal mit einem Aufgebot von fünf Hundertschaften und BFE- Einheiten (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten) die Anzahl der Polizisten_innen weit über den der eigentlichen Demoteilnehmerzahlen beider Seiten lag.

Vereinzelt schafften es aber dennoch einige Demonstranten_innen sich in die Sicht- und Hörweite der nazistischen Demonstration zu begeben, um ihren Unmut gegenüber der menschenverachtenden Ideologie Ausdruck zu verleihen und die faschistische Propaganda zu übertönen.

In Strausberg blockierten dann am 19. Juni engagierte Bürger_innen und junge Antifaschist_innen mit 300 Menschen die Route der Neonazis, um den Aufmarsch zu verhindern, „Strausberg – Nazifrei“ zu halten und somit auch dort ein Zeichen für Vielfalt und Frieden zu setzen. v Dies geschah nachdem sich am Strausberger Bahnhof, wo eine Kundgebung der LINKEN gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz stattfand, 500 engagierte Menschen versammelt hatten. Mittels der bewährten Fünf-Finger-Taktik und nach kleinen Verfolgungsjagden mit der Polizei über diverse Hinterhöfe gelang es den Demonstranten_innen sich auf der Route der Neonazis zu platzieren, weshalb die Polizei den Aufmarsch stoppte und sie zurück zum Bahnhof schickte, denn mit gerade einmal 110 Demonstranten der Kameradschaft lag die Teilnehmeranzahl weit unter der vorher angekündigten 500 Neonazis.

Wiedereinmal war es gelungen innerhalb von vier Wochen drei Aufmärsche der KMOB zu verhindern, womit klar zum Ausdruck kam, dass menschenverachtende Ideologien in Brandenburg keinen Platz haben.

Leider gab sich die Polizei, die mit vier Hundertschaften bestehend aus Bundespolizei und Kölner Polizeieinsatzkräften im Einsatz war, mit diesem friedlichen Ende der Aktion nicht zu Frieden und bestand darauf von jedem der Blockadeteilnehmer_innen die Personalien aufzunehmen, weil man mit dem friedlichen Sitzen auf einer Straße „falsch parkt“ und somit eine Ordnungswidrigkeit begeht.

Nach einigen Verhandlungen, wonach sich die couragierten Menschen nicht ergeben wollten, wurde die Blockade dann teilweise mit gewalttätigen Verhalten seitens der Polizei aufgelöst, wo sich vor allem die Bundespolizei, die die Menschen über die Straße geschleift, niedergedrückt, Arme verdreht und Augen eingedrückt hat, um sich die friedlichen Blockierer_innen gefügig zu machen, hervor tat.

Aber wir lassen uns nicht einschüchtern und rufen zu weiteren antifaschistischen Aktionen gegen die Kameradschaft am 10. Juli in Manschnow (Küstriner Vorland) auf, denn es gilt einen weiteren Aufmarsch zu verhindern und die Siegesserie fortzusetzen, denn es gilt auch weiterhin: Kein Fußbreit den Faschisten!