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| Presseerklärung: Tag der Demokraten gescheitert! Nazis konnten ungehindert marschieren (21.11.2006) |
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Am vergangenen Samstag rief ganz Brandenburg zum „Tag der Demokraten“ in Halbe - und alle Demokraten kamen… Alle 8.000. Nur der erklärte Feind der Demokratie, dem mensch eigentlich die Stadt nicht überlassen wollte, der kam nicht oder beschränkte sich auf unter 50 Menschen. Die kleine 4.000-Seelen-Stadt Seelow hingegen bekam das volle Maß der Nazi-Mobilisierung ab. Über 1.000 Faschisten zogen in die Stadt im Märkischen Oderland. Genauso viele GegendemonstrantInnen stellten sich ihnen entgegen, aber konnten den Zug zum städtischen Friedhof nicht unterbinden. Der Unmut darüber ist natürlich groß, wenn im rund 100 Kilometer entfernten Halbe Menschen ein Volksfest begehen und sich freuen, dass Halbe nicht den Nazis überlassen wurde. Doch die faschistischen Kräfte haben freiwillig auf Halbe verzichtet und sind lieber nach Seelow gezogen. Das war früh genug bekannt und machte auch schnell die Runde. In weniger als zwei Tagen konnte Seelow eine beachtliche Gegenveranstaltung vorweisen. Zwei Bühnen mit unabhängigem Programm, viele kleinere Aktionen und das ganze Geschäfts-, Sport- und Kulturleben ruhte um den Nazis die Stirn zu bieten. In dieser kurzen Zeit konnten fast die gleiche Zahl an GegendemonstrantInnen mobilisiert werden, wie bei den Faschisten… und das ohne Großflächenplakate. Die Zahl der TeilnehmerInnen bei den Gegenveranstaltungen wuchs den ganzen Tag über, weil frustrierte Menschen nach und nach aus Halbe zu stießen. Doch nicht nur die DemokratInnen in Seelow wurden verstärkt. Nach dem Marsch der Faschisten rückten unter dem Zeichen der Reichsflagge - massiv geschützt durch die Polizei – Rechtsextreme aus Frankfurt/Oder auf den Veranstaltungsplatz des nazistischen Freundeskreis Halbe ein. Dort hatten sie eine Spontandemo gegen eine Veranstaltung der „Plattform gegen Rechts“ abgehalten. Letztere demonstrierte gegen die Schändung des Gedenksteins der Frankfurter Synagoge. Es war wie eine Vorführung der DemokratInnen seitens der Faschisten, dass sie nicht nur flexibel genug waren von Halbe nach Seelow auszuweichen, sondern auch noch auf eine demokratische Veranstaltung in Frankfurt reagieren konnten und trotzdem genug Leute hatten, ihr „Heldengedenken“ erfolgreich durchzuführen! Was ist schief gelaufen? Diese Frage werden sich in den nächsten Tagen wohl noch Einige stellen müssen. PolitikerInnen aller Couleur, genauso wie das Brandenburger Aktionsbündnis und die Medien, mobilisierten nach Halbe, obwohl es absehbar und fast sicher war, dass der braune Zug nach Seelow zieht. BusfahrerInnen weigerten sich, Mehrheitsbeschlüsse ihrer Passagiere zum Trotz, ihr Fahrziel nach Seelow zu ändern. Die Veranstaltung der DemokratInnen in Seelow war eingekesselt. Die Polizei hatte jede Gasse, die nur in die Nähe des Friedhofs geführt hätte, abgesperrt. Helikopter beobachteten jede Bewegung in Richtung der polizeilichen Sperrzone. Es gibt keinen Grund zum Jubeln: Die Rechtsextremen konnten nicht aufgehalten werden… Trotz allem Bemühen der SeelowerInnen und ihrer Freunde. Nico Unkelbach Rechtsextremismusexperte ['solid] Brandenburg |





