
suche |
| Rassistischer Mordversuch in Potsdam (18.04.2006) |
|
|
|
|
Um sich öffentlich gegen diesen neuerlichen Fall rassistischer Gewalt zu wenden, haben am späten Nachmittag des Ostermontag mehr als 500 Menschen in Potsdams Innenstadt demonstriert. Der
Protestzug führte vom Platz der Einheit bis in die unmittelbare Nähe des
Tatortes, wo eine Zwischenkundgebung abgehalten wurde. „Vom dem
Widerspruch mit bloßen Worten heute müssen wir weiterkommen: Zum
Handeln, um dem rassistischen Terror und den Neonaziangriffen auf
Alternative endlich Einhalt zu gebieten“, forderte ein Redner.
„Antifaschistischer Selbstschutz ist lebensnotwendig, wie sich jetzt
wieder einmal gezeigt hat.“ Statt leerer Lippenbekenntnissen gegen
Rassismus und dem "Herbeischwafeln einer Gewaltspirale zwischen Links und
Rechts" müsse endlich wahrgenommen werden, dass die Gewalt von Rechts
ausgeht und konsequentes antifaschistisches Engagement unterstützt
werden, hieß es weiter. In den letzten Monaten hatte es über 20 rechte
Angriffe in Potsdam gegeben. Dem Opfer des aktuellen Angriffs und seiner Familie wurde auf
der Demonstration die Solidarität ausgesprochen: „Wir hoffen, dass du durchkommst,
wir wünschen dir das Beste.“ Die kurzfristig organisierte Demonstration
verlief ohne Zwischenfälle - sie war geprägt vom Entsetzen über das
Geschehene. Neben Antifas und Linksradikalen nahmen auch Linkspartei.PDS- und
Grünen-AnhängerInnen teil.
Aus der Politik gab es am Montagabend erste Reaktionen: Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) bekundete den Angehörigen seine „tiefe Anteilnahme“ und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) nannte die Tat "verabscheuenswürdig". --
|






Ein 37-jähriger Deutscher ringt derzeit nach einem rassistischen Angriff in der Potsdamer Innenstadt um sein Leben. Durch die Schläge und Tritte, die der aus Äthopien stammende dunkelhäutige Ernyas M. unter anderem gegen den Kopf erlitt, ist er so schwer verletzt, das er in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Der Angriff ereignete sich am frühen Sonntagmorgen gegen 03.55 Uhr an einer sonst menschenleeren Straßenbahnhaltestelle. Dass die Tat einen rassistischen Hintergrund hat, kann als gesichert gelten, weil auf der
Die
Polizei hat wegen des rassistischen Angriffs mittlerweile eine
Sonderkommission mit dem Namen „Charlottenhof“ eingerichtet. Ermittelt
wird wegen versuchten Mordes. Eine Belohnung für Hinweise, die zu den
Tätern führen, wurde von der Staatsanwaltschaft ausgesetzt. Ein
Taxifahrer, der Teile des Tathergangs beobachtete, beschrieb einen der
beiden Angreifer gegenüber der Polizei als 1,70 bis 1,80 Meter groß,
dunkel gekleidet und mit einer Kurzhaarfrisur, den anderen etwa zehn
Zentimeter größer, von kräftiger Statur, mit Glatze und einer schwarzen
Bomberjacke mit weißer Aufschrift bekleidet. Es sei möglich, dass es
sich bei einer der beiden Personen um eine Frauen handele. Der Zeuge
hatte erfolglos versucht, die beiden flüchtenden Täter aufzuhalten. Dem
Opfer wurden auch rund 200 Euro Bargeld gestohlen.