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Neue Wissenschaftsministerin Kunst: Personalentscheidung Platzecks macht Bock zum Gärtner PDF Drucken E-Mail
 Die Ernennung der Präsidentin der Universiät Potsdam, Sabine Kunst, zur neuen Wissenschaftsministerin Brandenburgs ist ein Eklat und ein Schlag in das Gesicht der Brandenburger Studierenden. Die Zugeständnisse der Landesregierung im Zuge des Bildungsstreiks und der Besetzung des Auditorium Maximum der Universität Potsdam wurde nur gegen den entschiedenen Widerstand von Frau Kunst erreicht. Mit der für das Jahr 2011 erkämpften Novellierung des Brandenburgischen Hochschulgesetzes sollten seit langem überfällige Reformen des Hochschulwesens eingeleitet werden. Hierzu zählen u.a. die Demokratisierung der Verfassung der Hochschulen. Wenn nun Frau Kunst als Wissenschaftsministerin diesen Prozess führen soll, wird der Bock zum Gärtner ernannt.

Frau Kunst stand in ihrer Zeit als Präsidentin für die Privatisierung und Verknappung universitärer Lehre, für die Militarisierung der Hochschule und für den Nachrang von Geistes- und Kulturwissenschaften. Sie hat die neoliberale Umstrukturierung der Universität Potsdam maßgeblich vorangetrieben und steht in ihrer Bilanz für einen deutlichen Bruch mit dem humboldtschen Bildungsideal.

Unter der Präsidentschaft von Sabine Kunst wurden erstmals zivil-militärische Kooperationsprojekte durch den Aufbau des Brandenburgischen Instituts für Sicherheit und Gesellschaft (BIGS) und dem Studiengang Military Studies, der in Kooperation mit der Bundeswehr läuft, etabliert.

Claudia Fortunato, Mitglied des LandessprecherInnenrates der Linksjugend ['solid] erklärt: "Frau Kunst zeichnet verantwortlich für die Liquidierung des Studienganges Kunsterziehung. Brandenburg bildet nun keine KunstlehrerInnen mehr aus. Als Kultusministerin hat sich sich so von vornherein disqualifiziert. Das sie 2010 vom führenden neoliberalen Thinktank Bertelsmann-Stiftung zur „Hochschulmanagerin des Jahres“ ausgezeichnet wurde, passt gut ins Bild - sie damit aber nicht in eine rot-rote Regierung."

Unter diesen Voraussetzungen wird von den Forderungen des Bildungsstreiks nach einer fortschrittlichen und demokratischen Lehre, die auch durch DIE LINKE und die GEW unterstützt wurden, nichts übrig bleiben.