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Bericht: Nie wieder Faschismus! Fahrt nach Auschwitz und Krakau (2006) PDF Drucken E-Mail
['solid] Brandenburg veranstaltete vom 01. bis zum 05.11.2006 eine Fahrt in die KZ Gedenkstätte Auschwitz und nach Krakau. Ein Bericht.

Mehrere Ereignisse in der letzten Woche beweisen einen bedenklichen Zustand der politischen Kultur in Deutschland. In der Nacht vom 09. zum 10. November, also dem 68. Jahrestag der sogenannten „Reichspogromnacht“, schändeten Rechtsextreme einen Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge in Frankfurt (Oder). In Cottbus geschah 4 Tage später ähnliches: Ein jüdischer Gedenkstein wurde beschmiert, 4 „Stolpersteine“, die an Opfer des Holocaust erinnern sollen, entwendet. Am 18. November wollen Rechtsradikale aus dem ganzen Bundesgebiet durch Halbe marschieren, um ihren vermeintlichen „Helden“ zu gedenken. Gleichzeitig veröffentlichte die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie, aus der hervorgeht, dass rechtsextremes Gedankengut in West wie Ostdeutschland noch immer weit verbreitet ist. Ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung hat nach wie vor einen positiven Bezug zum "Dritten Reich".

Die Vergangenheit ist also noch gegenwärtig. Aus diesem Grund veranstaltete der Brandenburger Landesverband von [‘solid], der sozialistischen Jugend, eine Bildungsfahrt in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz und in die einstige jüdische Metropole Krakau. 20 TeilnehmerInnen aus NRW, Brandenburg und Berlin im Alter von 15 bis 22 Jahren trafen sich mit gemischten Gefühlen und Erwartungen am Mittwoch Morgen am Berliner Ostbahnhof. In den folgenden fünf Tagen stand weniger ein ritualisiertes Gedenken an die Opfer der deutschen Vernichtungspolitik, als vielmehr die Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Umgang mit ihr im Vordergrund.

Auf dem Programm standen zunächst ausführliche Führungen durch das Museum auf dem Gebiet des ehemaligen Stammlagers Auschwitz I und über das Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz Birkenau. Außerdem hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, in einem Gespräch mit dem polnischen Auschwitz-Überlebenden und ehemaligen Direktors des Museums Auschwitz, Kazimierz Smolen, persönliche Erfahrungen eines Zeitzeugen zu hören und zu diskutieren. Die Gruppe beschäftigte sich zudem mit literarischen und filmerischen Auseinandersetzungen mit der Holocaust-Thematik.

Ein Anliegen von [‘solid] war es, jüdische Geschichte nicht nur als Opfergeschichte zu begreifen und zu vermitteln. Aus diesem Grund besuchten wir auch das jüdische Zentrum und den jüdischen Friedhof von Oswiecim sowie das jüdisch-galizische Museum in Krakau.

Die Beschäftigung mit dem "Dritten Reich" und dem Holocaust ist ein zentrales Anliegen für uns Linke. Die von der überwiegenden Mehrheit der Deutschen tolerierte Vernichtungspolitik ist ein erschreckendes Beispiel, wozu fehlende Empathie und Solidarität führen können. Revisionistischen Tendenzen aus der Mitte-Rechts Gesellschaft, die Deutsche TäterInnen und ZuschauerInnen zu Opfern umzudeuten, treten wir entschlossen entgegen. Unter anderem aus diesem Grund veranstaltet [‘solid] Brandenburg vom 2. bis 3. Dezember eine Fahrt in die Gedenkstätte des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück. Interessierte können sich für 10 € TeilnehmerInnenbeitrag unter www.solid-brandenburg.de anmelden.

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung, der Landtagsfraktion der Linkspartei sowie der Bundestagsabgeordneten Dagmar Enkelmann (Die Linke.PDS) für die finanzielle Unterstützung der Fahrt und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement.

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